Chris Cornell sagt letztes Jahr seine Tour ab, nachdem er mal wieder ein grossartiges Album abgeliefert hatte. Nebenbei den Song “Your know my name” zu 007 – Casino Royale beigesteuert. Ürbigens erst der zweite Bond Titelsong der nicht auf der Offizielle Filmusik CD erschien. Der Grund für die Absage war erstmal erschreckend für mich. Er produziert sein neues Album mit Timbaland. Dieses Genie der Grunge generation produziert mit diesem Hip-Hop Gebrauchsmusik Afroamerikaner? Ich erwartete da Schlimmste. Und als ich den ersten Song hörte fühle ich mich bestätigt. AH AH, OH OH, YEAH YEAH – Chris brauchst Du so dringend Geld?

Nun habe ich mir die Songs komplett angehört. Und ich muss eine Lanze brechen. So schlecht ist es gar nicht. Cornell geht weiter, versucht wieder (wie so oft) neue Wege zu gehen, ungeachtet ob es alten Fans wie mir passt oder nicht. Und natürlich leidet jemand der mit Soundgarden Grungegeschichte schrieb, mit Hungerstrike eines der schönsten Reqiuem für seinen verstorbenen Freund  Andy Wood von Mother Love Bone schrieb, und solo einfach excellentes Material ins Gehör brachte unter dem, was ich das Porsche Problem nennen.

Wer einmal ein perfektes Konzept abliefert wird es immer schwer haben mit einem anderen genau den gleichen Respekt zu bekommen. Wie Porsche von den eingefleischten 911er Enthusiasten verlacht wurde und schliesslich das Frontmotor und Transaxle System einstellte (bis zum Cayenne), zerreissen alte Fans seinen neuen Ansatz mit viel mehr Elektronik und die Zusammenarbeit mit einem Hit-and-forget Produzenten, der sich mehr um Massenbefriedigung und seine Konten kümmert als Songs zu schreiben an die sich jemand nach 3 Monaten noch erinnern kann.

Lieber Chris, ich muss mir sicher die Frage gefallen lassen, wer bin ich Deine Musik schlecht zu reden. Ich kann keine bessere schreiben. Und auch wenn ich sagen muss, es ist im Vergleich zu dem was sonst in die Charts kommt, hervorragend. Aber aus diesem Niveau herauszustechen ist nicht schwer. Und diesen Vergelich hast Du nicht nötig. Meines Erchatens nach kannst Du einfach mehr, und dieses elektro Gepiepse im Hintergrund passt einfach nicht zu einer Stimme, die vom Rolling Stone Magazine unter die Top 100 der besten Rocksänger aller Zeiten gewählt wurde. Ich hoffe einfach Du gehst mit der nächsten Platte wieder neue Wege und verlässt das Konzept, dass Du gerade vorgelegt hast.

Wenn ich das nächste Mal in Paris bin, komme ich aber trotzdem zum Essen vorbei.